Kroatien im Dezember 2018, Wasser: 2 Grad

Seit über fünf Monaten schwimme ich fast täglich in einem wilden Gewässer.

 

Wir tauchen ein und tauchen anders wieder auf. Jedes Mal, wenn wir in wilden Gewässern schwimmen. Wir begegnen an und in wilden Gewässern einer besonderen Energie, kommen an Wasserkraftplätzen in Berührung mit einer sehr hohen Schwingung, die uns verändert. Es ist eine Initiation, eine Taufe, immer wieder, auf einer immer höheren Ebene. 

 

Das wilde Gewässer bahnt sich frei seinen Weg in der Natur. Je näher es an der Quelle ist, desto kraftvoller ist das Wasser. Diese Kraft und Freiheit ist spürbar, körperlich und feinstofflich. Und sie hinterlässt eine Wirkung.

 

Durch den körperlichen Kontakt mit dem Wasser fällt der Zugang zu der eigenen Wesensebene leichter. Das Eintauchen in wilde Gewässer ist wunderbar dazu geeignet,  eine leichte und intensive Begegnung mit uns selbst in höchster und reinster Form zu trainieren. 

 

Durch diesen unverstellten, echten Kontakt mit der Natur und vor allem mit uns selbst passiert ein Austausch in beide Richtungen, nähren wir auf der Wesensebene den Ort und gleichermaßen uns selbst. Nährung im Sinne von Heilung, Ganzwerdung. 

 

Das Kaltwasserschwimmen bietet gleichzeitig den Vorteil der räumlichen und zeitlichen Unabhängigkeit. Wir können jederzeit und überall an den kraftvollsten Plätzen ins Wasser tauchen. Außerdem macht die Kälte in höchstem Maße lebendig. Wir sind also potentiell parallel ganz im Körper und ganz im Sein. Nach meiner Wahrnehmung ist das größtes Glück - das Paradies auf Erden.

 

Je häufiger wir uns in diesen Seinszustand begeben, desto leichter finden wir Zugang zu ihm. Wir trainieren ihn. Wir trainieren das Weglassen all dessen, was uns vom Sein trennt. Mithilfe lebendigen, kraftvollen Wassers.

 

Dann beobachten wir, wie das Leben reagiert. An welcher Stelle wir überrascht werden. Denn es kann gar nicht anders als reagieren. Wenn wir unsere Schwingung erhöhen, nehmen wir das ganze Leben mit. Das lässt sich nicht verhindern. 

 

Wir schöpfen immer auf dem Level, auf dem wir schwingen. Und je öfter wir ins Wasser und ins Sein eintauchen, je weiter wir ins Sein vordringen, desto höher und weiter die Ebene, auf der wir uns als Schöpfer erfahren, desto machtvoller unsere Schöpfungen. 

 

Am Wasser und im Wasser trainieren wir Selbsterkenntnis und Liebe. Wir schwimmen in kaltem wildem Gewässer ins Sein. In Hingabe. Und mit allergrößter Freude und Lebendigkeit. Ganz einfach. Und großartig.